Grammar of Dreams
Wer hat sich nicht schon mal in seinen eigenen Träumen verirrt? Was in freundlicher Atmosphäre beginnt, trübt sich ein und verwickelt sich zu einem labyrinthischen Albtraum-Szenario. Ausgelöst wodurch? Getrieben wovon? Auf der Flucht oder auf der Suche? Gibt es ein Entkommen? In den Irrungen des Traums ist der Safe Space immer nur einen Atemzug vom nächsten Aufschrecken entfernt. Denn der Traum hat seine eigene Logik. Die große finnische Komponistin Kaija Saariaho, die in Freiburg Komposition studierte, hat ihren Umgang mit der Traumlogik in einen Liederzyklus auf Texte von Sylvia Plath gefasst. From the Grammar of Dreams ist ein Werk für Solostimme und Elektronik, in dem Saariaho den umgekehrten Weg geht: Beginnend mit dunklen Visionen endet ihre Auseinandersetzung in der Helligkeit wohltuenden Tageslichts. Für seine Pop-Up-Oper beschreitet Sebastian Krauß gemeinsam mit einer einsamen Protagonistin den traumbehafteten Pfad und fügt Kaija Saariahos Musik wesensverwandte Stücke anderer Komponist*innen hinzu – um die Gebiete auszuloten, die der Traum aufruft, und sie dann bei Licht zu besehen.